FAQ

Was ist der Prozess „Gesunde Zukunft HSK“?

Um den Herausforderungen des politisch stark reglementierten Gesundheitsmarktes besser begegnen zu können, sucht die hessische Landeshauptstadt für ihr größtes Krankenhaus einen strategischen Minderheits-Partner.

Die politischen Entscheidungsträger der Stadt Wiesbaden und die Geschäftsführung der HSK legen größten Wert darauf, dass dieser Prozess mit einer aktiven Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie einer transparenten Information gegenüber der Öffentlichkeit zu einem erfolgreichen Ergebnis geführt wird. Ziel ist es, durch die Einbeziehung der Mitarbeiterschaft wichtige Impulse für eine zukünftige Positionierung der HSK sowie zur Ausgestaltung der angestrebten Partnerschaft zu erhalten.

Erste Maßnahmen wurden bereits umgesetzt: Am Anfang des Dialogprozesses wurden alle Angestellten der HSK in einer umfassenden Mitarbeiterbefragung in die Diskussion über die Zukunft des Hauses einbezogen. Themenschwerpunkte der Befragung waren unter anderem die Stärken und Verbesserungspotenziale hinsichtlich der Zusammenarbeit/Interaktion, der Außendarstellung und Zielgruppenansprache, der Patientenversorgung sowie die Benennung von Entwicklungsmöglichkeiten für eine gesunde Zukunft der HSK. Die Ergebnisse wurden im Anschluss durch Einzelinterviews mit Mitarbeitern verschiedener Dienstgruppen vertieft. Die hier gewonnene Faktenbasis, die sowohl Einschätzungen des Status quo als auch künftige Entwicklungspotenziale skizziert, wurde den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HSK am 24. August 2011 präsentiert und stellt eine Basis für das Symposium am 4.10.2011 dar.
Ergänzt wird diese Innensicht zudem durch eine Reihe von Expertenbefragungen, welche die Bedeutung der HSK und mögliche Positionierungsansätze am Standort Wiesbaden beleuchtet.

Darüber hinaus werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HSK sämtliche Informationen, deren Veröffentlichung das strukturierte Bieterverfahren unter rechtlichen Gesichtspunkten zulässt, auf vielen speziell dafür eingerichteten Kommunikationskanälen zur Verfügung gestellt.

Die Öffentlichkeit kann über die Website www.gesunde-zukunft-hsk.de jederzeit aktuelle Informationen beziehen.
Aus den ersten Ergebnisse der Mitarbeiterbeteiligung konnten bereits wichtige Ergebnisse abgeleitet werden. Weitere Impulse für den laufenden Prozess werden folgen. Diese Impulse werden maßgeblichen Einfluss bei den Vertragsverhandlungen und schließlich bei der abschließenden Willensbildung der zuständigen Entscheidungsträger in den politischen Gremien der Landeshauptstadt Wiesbaden (Magistrat und Stadtverordnetenversammlung) haben.


2. Wie verläuft die Suche nach dem optimalen Partner?

Die renommierte HSK, die hoch qualifizierten Mitarbeiter und nicht zuletzt die Wiesbadener Bevölkerung sollen den bestmöglichen Partner an die Seite gestellt bekommen. Das hat die Stadtverordnetenversammlung Wiesbadens am 16. Juni 2011 beschlossen. Die Geschäftsführung der HSK Rhein-Main GmbH wurde beauftragt, die erforderlichen Maßnahmen zur Gewinnung eines strategischen Partners zu ergreifen.
Die politischen Entscheidungsträger haben klar die Koordinaten für die angestrebte Partnerschaft abgesteckt: Verwirklicht werden soll eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 49 Prozent. Das bedeutet: Die Kommune Wiesbaden wird dauerhaft Mehrheitsgesellschafter des Krankenhauses bleiben und damit weiterhin über maßgeblichen Einfluss bei Entscheidungen verfügen.

Ende Juli 2011 wurde mit einer Bekanntmachung im EU-Amtsblatt ein „Wettbewerb der Konzepte“ im Rahmen eines strukturierten Bieterverfahrens eröffnet. Um die hohe medizinische Kompetenz der HSK langfristig sicherzustellen, geht es im Bieterverfahren vor allem um tragfähige und überzeugende Konzepte für die Beteiligung der Mitarbeiter und das medizinische Niveau.

Nach Abschluss des Interessenbekundungsverfahrens Mitte August 2011 steht fest, dass es interessante Bieter gibt.
Wer sich konkret beteiligt hat und mit wem ab Ende Oktober 2011 Verhandlungen geführt werden, muss zunächst vertraulich bleiben. Das schreiben rechtliche Rahmenbedingungen in einem solchen Verfahren zwingend vor. Mögliche strategische Partner müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Ideen und Konzepte in einem vertrauensvollen Umfeld diskutiert werden. Diese Verlässlichkeit ist oberstes Gebot und die Voraussetzung für ein positives Gesamtergebnis. Und dieses gewünschte Ergebnis, so deutet das Verfahren an, scheint möglich.


3. Neubau vs. Sanierung – was ist optimal für die HSK?

Die Herausforderungen für Krankenhäuser machen vielfältige Maßnahmen in den Bereichen Qualität der Patientenversorgung, Effizienz der Leistungserbringung sowie Umweltschutz und Energieeinsparung notwendig.

Der „Neubau der HSK und Sicherung der Klinik als Haus der Maximalversorgung in kommunaler Trägerschaft“ ist Teil des Koalitionsvertrages für die laufende Wahlperiode der Stadtverordnetenversammlung 2011 – 2016.

Die Gründe für diese Überlegungen liegen auf der Hand: Die Gebäude sind vor 30 Jahren für andere Strukturen der Gesundheitsversorgung gebaut worden, vieles veraltet. Wege sind durch Teilsanierungen zu lang geworden und für den Klinikbetrieb nicht optimal.

Ein Neubau optimiert Prozess- und Wegestrukturen und verkürzt so die Wartezeiten für die Patienten.
Und: Direkt hinter dem Gebäude der HSK gibt es Platz für einen Neubau.

Um die Situation gründlich zu analysieren, hat sich die Geschäftsführung der HSK 2010 für die Beteiligung an dem von der Siemens AG durchgeführten „Green+ Check“ entschieden, der Krankenhäuser bei der Realisierung nachhaltiger Infrastruktur unterstützt. Der Green+ Check adressiert drei Erfolgsfaktoren für nachhaltige Infrastruktur im Gesundheitswesen: Umwelt, Effizienz und Qualität.

Die am 23. Mai 2011 präsentierten Ergebnisse bescheinigen der HSK eine hervorragende medzinische Qualität mit starker fachlicher Vertiefung, eine gute durchschnittliche Verweildauer und eine hervorragende Interaktion mit der Gesellschaft sowie eine starke Verbundenheit mit der Stadt Wiesbaden. Bereiche wie Müllverwertung und Medikamentierungsprozess werden sehr gut beurteilt.

Die höchsten Optimierungspotenziale werden jedoch im Bereich des Gebäudes festgestellt, z. B. in den Bereichen Belüftung, Beleuchtung, Ökologie, Energiemanagement. Darüber hinaus werden Effizienzsteigerungspotenziale in diversen Bereichen aufgezeigt.

Eine nachhaltige Ausrichtung der HSK ist laut Bericht in vielen Bereichen erkennbar, jedoch erreicht die HSK nur durchschnittliche Werte beim Green+ Score, der ein Maß für die zukunftsfähige und nachhaltige Ausrichtung eines Krankenhauses ist.

Fazit dieser Unterstuchung: Zur Unterstützung klinischer Prozesse werden bauliche Maßnahmen empfohlen. Durch einen Neubau könnten die notwendigen Standards für ein zukunftsorientiertes und wettbewerbsfähiges Klinikum geschaffen werden.

Dennoch wird auch die Möglichkeit einer Sanierung geprüft. Diese brächte aber viele Probleme mit sich, denn sie müsste bei laufendem Betrieb stattfinden, was wiederum unwirtschaftlich und für die Patienten unzumutbar wäre.

Von der Landesregierung würde ein Neubau finanziell unterstützt werden.